MS Dockville 2016 - Sonne inklusive.

Nicht MS Artville, nicht Slamville, nicht Afterville – auch nicht Spektrum, Butterland oder Vogelball; Das sind zwar auch liebevoll organisierte Musik-, Kunst- und Literaturveranstaltungen der Kopf & Steine GmbH, Jubiläum feierte dieses Jahr jedoch das größte und meistbesuchte K&S Festival. Es hört auf den Namen MS Dockville.

Nach Maifeld Derby und Appletree Garden nun mein dritter Debütbesuch eines Festivals im Sommer 2016. [Spoiler: Mit dem Reeperbahn Festival in Hamburg folgt Ende September ein viertes. Yes, wieder mit Fotos und so.] Zurück zum MS, das sich im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg einem Elbableger entlangzieht, umgeben von riesigen aufgestapelten Containerbergen und den so schön industrial-hippen Silhouetten der Docks und Kräne bei Abendsonne.

 

Donnerstag, 18.08.2016

Der klassische Anreise-Donnerstag beginnt für Dominik und mich mit einem Pressetermin am späten Nachmittag. Zusammen mit Michael Mayer und Weval stöbern wir durch die Regale des Hanseplatte Record Shops und quatschen über das erstmals in Deutschland tourende Smirnoff Sound Collective. Für das volle musikexpress.de Interview bitte hier klicken. Am Abend legen beide Acts im Smirnoff Truck auf zur Pre-Party – exklusiv für die Campinggäste des Festivals.

 

Freitag, 19.08.2016

Das Festivalgelände ist quasi wie für leuchtende Abendsonne und kitschige Sonnenuntergänge gewählt und angeordnet. Umso genialer, dass sich die Sonne – trotz des Hamburger Standorts – auf dem Dockville 2016 die meiste Zeit blicken lässt. Sie steht dem Publikum hinten an, überblickt das bunte Meer aus Blumenkränzen, Plastiktieren & Sonnenhüten und bringt vor allem die Figuren auf den Bühnen ordentlich zum Schwitzen. Zwischen den Shows wendet man sich der Sonne zu, beobachtet tanzende Schatten im Staub oder vorbeischwimmende Containerschiffe im Gegenlicht.

 

 

Samstag, 20.08.2016

Fotoautomaten – davon einige auf dem Gelände verteilt – scheinen ihre Faszination im Verlaufe des Festivals nicht zu verlieren. Ob verliebte Pärchen, total Verwirrte oder Freundescliquen mit viel zu viel Menschen für den einen Quadratmeter Fläche im Automaten; Wie auch immer – irgendwie trifft man hier jeden, nur niemanden allein. Trotz der 20.000 Besucher gibt es überall kleine Rückzugsorte. Gute Laune, Gelassenheit und Genuss – zwischen zehn Bühnenden und zig Kunstinstallationen verliert man sich, im positiven Sinne! Das Bühnenprogramm mal ausgenommen: Unerwartete Vorführungen der Künstler, perfekte Panoramaausblicke von den verschiedenen zugänglichen Aufbauten, Shoppingtouren auf einem kleinen Designmarkt, Scheinhunger durch die Düfte an den Essbuden, Spaziergänge über versteckte Waldwegen zwischen den Bühnen, ähm Blumenkranzbinden, einfach in einer schönen Ecke sitzen, die Sonne genießen und - halt, ich verliere mich in der Aufzählung. 

 

Sonntag, 21.08.2016

Das Campinggelände ist großteilig ebenbürtig schön. Auch hier hab ich mich des Öfteren verloren, vielmehr verlaufen. Die eine Hälfte des Campingbereichs erstreckt sich nämlich über verschiedene Verzweigungen in einem Wäldchen – die Zelte am Wegesrand entlang sowie auf kleinen Lichtungen. Die Spätanreiser bauen ihre Wochenendunterkünfte eben in die Bäume oder weichen auf die benachbarte große Schotter-Grünfläche aus.

 Wie auch auf einigen anderen Festivals erhascht sich auch hier der Poetry Slam große Begeisterung. Zum Finale am Sonntag sind sogar sämtliche Wellen vor der Hauptbühne Großschoot mit Zuhörern im Schneidersitz gefüllt. Am letzten Nachmittag nordisch-nasses Klima, am Abend dann sogar Geldregen.

Danke Julia, Danke Lara!